Chinese New Year - Chun jie

28. Januar 2017 - Beginn des Jahres des Feuer-Hahns

China hatte früher keine Wocheneinteilung, und die regelmäßige Ruhe der Sonntagsfeier beginnt erst jetzt von den modernen Schulen aus sich über das Land zu verbreiten. Darum waren die Feste im alten China besonders wichtig. Sie schmückten das Leben mit den Blumen der Freude. Der Beginn dieser Feste ist das Neue Jahr, das in den ersten Anfang des wiederkehrenden Frühlings fällt.
Das Frühlingsfest ist das größte und längste Fest im chinesischen Kalender, auch Mond-oder Bauernkalender genannt. Es besteht aus 2 wochenlang anhaltenden Festlichkeiten markiert durch den Beginn des Neuen Jahres und endend mit dem Laternenfest. Eine Tradition, die aus der Zeit der Han Dynastie stammt.

Dem Vorabend des ersten Neumondes kommt eine große Bedeutung für das Frühlingsfest zu. Kaum ist die Dämmerung hereingebrochen, erhellen die Menschen ihre Häuser so strahlend wie möglich. Die bösen Geister sollen vertrieben werden und das Haus für das neue Jahr und das erwartete Glück gerüstet sein. Um die guten Geister als Teil der Familie in die Feiern miteinzubeziehen, werden die Drei Rituale vorgenommen:

Vor dem Familienaltar werden kleine Speisen als Opfergaben für die Ahnen ausgebreitet. Manchmal wird auch Salz ins Feuer gestreut; so soll den Ahnen Respekt erwiesen werden. Von ihnen erwarten sich Chinesen Schutz und Beistand. Die Jungen wünschen den Alten alles Gute und vollziehen in konservativen ländlichen Familien vor dem ältesten männlichen Familienmitglied den traditionellen Kotau als Zeichen der Verehrung und Anerkennung der Autorität. Anschließend wird den Göttern der Erde und des Himmels geopfert; man bittet um ausreichenden Regen, gutes Wetter und eine reiche Ernte.
Vor einem Altar im größten Zimmer der Familie werden Opfergaben ausgebreitet. Sobald alles fertig ist, werden um Mitternacht auf dem Hof oder der Straße Feuerwerks- und Knallkörper abgebrannt. Dann folgt ein weiteres Ritual: Das männliche Oberhaupt der Familie nimmt mit beiden Händen einen Bund Räucherstäbchen und macht kniend drei Verbeugungen vor dem Altar, wobei er mit der Stirn den Boden berührt. Danach erhebt er sich und steckt die Stäbchen in einen dafür vorgesehenen Ständer. Nach dieser rituellen Handlung werden wieder Knallkörper gezündet. Zum Abschluß opfert die Familie dem Gott des Reichtums, dessen Bild in der Küche hängt. Er soll den Reichtum der Menschen mehren, sowie Armut und Seuchen fernhalten. Um Mitternacht zieht sich jedermann um. Das neue Jahr soll mit neuen Kleidern begangen werden.

Frühlingsputz
Asiatische Familien begrüßen ein neues Jahr mit einem gründlichen Frühlings- putz. Sie glauben, Unglück oder Missgeschicke des vergangen Jahres werden damit “weggeputzt”.
Eine gute Zukunft zu wünschen ist auch oft verbunden mit neu gestrichenen Fenstern und Hauswänden. Das heißt mit “Neuem” anfangen zu können.

Etwas Rotes, etwas Glück
Rot ist eine beliebte Farbe für Asiaten, fast alle Feste sind mit roten Sachen dekoriert. In der westlichen Welt ist Rot meistens ein Symbol für Gefahr, doch für Asiaten bedeutet Rot Glück und Energie. Sie glauben auch, dass die rote Farbe Menschen vor bösen Geistern schützt. So schmücken rote Stoff- oder Papierbänder, bemalt mit Glückssymbolen oder Glückswünschen, die Eingangstüren von Wohnhäusern, Geschäften und Verkaufsbuden. – Ein rotes Unterwäscheteil, ein roter Schall, eine rote Mütze oder etwas anderes Rotangezogenes, bringt Glück!

Neues anziehen
Viele Asiaten versuchen im neuen Jahr neue Kleidung anzuziehen.
“Alle Türen öffnen sich für die Gutangezogenen ” – „Good clothes open all doors.“

Orangen
Orangen zu kleinen Pyramiden gestapelt und Orangenbäumchen werden
während des Chinese Neujahrsfestes häufig verschenkt oder vor der Haustür / dem Geschäftseingang aufgestellt.
Die Wörter Orange und Tangerine klingen im Chinesischen ähnlich wie Glück und Wohlstand.

Firecracker
Noise-making ist bei der Neujahrsfestivität sehr wichtig und ein großer Favorit von den Asiaten. Je lauter, je besser, denn so sollen die Dämonen verschreckt werden, um die Ankunft der Wünsche für das Neue Jahr zu verbessern.

Neujahrsessen
Das Neujahrsessen wird meistens im letzten Monat (Dez.) des Jahres schon geplant. Im Neujahrsessen darf nicht fehlen:

Lange Nudeln – sie symbolisieren ein langes Leben

Fisch – er wird nicht gänzlich verzehrt, womit man ausdrücken möchte, dass man reich genug ist um sich dies leisten zu können.Und um zu bitten, dass Glück und Reichtum auch im neuen Jahr anhält.

Jiaozi – kleine Teigtaschen (dumplings) in denen sehr häufig Coins versteckt werden.

Hong bao – rote Briefumschläge mit Geldschein
Diese werden als Symbol für Glück und Reichtum an die nahestehende,
jüngere und unverheiratete Generation überreicht.

I’m finished : Dieser Satz oder einen mit ähnlich endenden Worten soll während des Chinesischen Neujahrfestes unbedingt vermieden werden. Dem Glück wird mit dieser Aussage der Eintritt verwehrt und es bringt ein Jahr Unglück.

Die Menschen legen Wert darauf, das Jahr ganz neu zu beginnen. Nicht nur neue Kleider sind dafür geeignet; man möchte auch alle alten Schulden bezahlt und alten Feindschaften begraben haben. Man wünscht sich gegenseitig Gongxi fa cai, was soviel heißt wie ‘Gratuliere und werde reich’.
Dieser Satz wird nicht nur als Neujahrsgruß angewandt, sondern auch bei Geschäfts- und Firmeneröffnungen.

Neujahrs Begrüßungsformen

Gong xi fa cai! – Gratuliere und werde reich!
Xin nian kuai le! – Glückliches neues Jahr!
Xin nian hao ! – Gutes neues Jahr!